Mamas Stories
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[gastbeitrag] Tante werden

Heute gibt es einen ganz besonderen Gastbeitrag. Mein Schwesterherz hat versucht in ein paar Zeilen ihre Gefühlswelt als Tante zusammenzufassen…

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Von euch haben viele sicherlich Geschwister, jüngere oder ältere. So ist es für euch hoffentlich spannend zu lesen,  wie es so ist, als Schwester „plötzlich“ Tante zu werden…

Beim kleinen Münsteraner war es so: Die Gefühle die ich auf einmal für einen Menschen hatte, der noch gar nicht da war, gar nicht bei MIR war und noch überhaupt keinen Charakter hatte, welchen ich entweder mögen könnte oder nicht, diese Gefühle waren so überwältigend,  dass ich sie selber kaum begriff.

Ich habe meinen ersten Neffen, schon über alles geliebt,  noch bevor er überhaupt so groß war wie eine Erdnuss. Die Schwangerschaft meiner Schwester war unglaublich spannend für mich….auch wenn ich versucht habe meine Euphorie zurück zu halten und sie nicht ständig mit Fragen zu löchern.

Wie fühlt es sich an? Hast du Schmerzen? Kann ich was für euch tun? Darf ich mal hören, ob da was ist? Darf ich deinen Bauch anfassen, um näher beim Baby zu sein? Soll ich mehr reden, damit es meine Stimme hört? Soll ich weniger reden, damit du nicht genervt bist? Spürst du jede Bewegung? Wie läuft so eine Geburt ab? Was ist wenn du aufs Klo musst? Was ist danach? Weckt man ein Baby zum Stillen auf oder wartet man geduldig? Wie kannst du so viel über das Mama sein wissen? Liest du? Lässt du dich bequatschen….Stillen ja-nein? Kaiserschnitt ja-nein?

 

Nun gut, ich war also voller Vorfreude und Aufregung und hab meiner Schwester da voll und ganz vertraut…ich konnte es kaum erwarten, dass der kleine Mann endlich auf die Welt kommt! Und dann kam er…

An einem Frühlingsmorgen. Ich habe es durch einen Anruf meines Schwagers erfahren und ich habe geheult, wie ein Schlosshund! Vor Freude, vor Stolz und vor Glück, denn alle waren gesund und wohlauf.

Dieser kleine Mann ist das Großartigste was ich auf der Welt kenne. Ich bin schon an so vielen Orten gewesen und habe so viele wunderschöne Dinge gesehen, aber nirgendwo anders spüre ich eine solche Liebe, so eine Gelassenheit, kindliche Freude und unfassbaren Stolz, als wenn ich mit meinem Neffen zusammen bin. Er ist aufmerksam, schlau, wissbegierig, höflich, liebevoll, vorsichtig, voller Vertrauen und Zuneigung.

Ich weiß, dass es das Ergebnis der Erziehungs“arbeit“ meiner Schwester und meines Schwagers ist. Ich sage nicht umsonst, dass ich stolz bin. Ich weiß, dass die beiden jeden Tag ihr Bestes geben mit unerschöpflicher Geduld und Liebe!

Und dann kam der Tag an dem meine Schwester mir erzählt hat, dass sie wieder schwanger ist…im Auto…zum Glück ist sie gefahren, denn ich hab wieder geheult.  Es folgte ein absolutes Gefühlschaos – diese unendlich tiefe Liebe zu meinem ersten Neffen, und jetzt kommt noch ein Baby, welches ich auf einmal genauso liebe und für das ich dasselbe empfinde, wie damals bei der ersten Schwangerschaft?!?! Puh, ich war verwirrt und überrascht, dass ich überhaupt SO empfinden kann.

Jetzt weiß ich, dass ich meine Liebe gar nicht teile (das hatte ich anfangs gedacht-wie eine Torte die man fifty-fifty teilt). NEIN! Ich liebe das Münsterbaby genauso intensiv, nur anders! Und wieder bin ich sooooo stolz. Nun bin ich Tante. Zum zweiten Mal.

Ich liebe meine eigene Tante, auch wenn wir wenig Kontakt haben. Ich liebe sie allein schon, weil sie meine Tante ist (die Sache mit der Blutsverwandtschaft und so) und natürlich auch aus vielen anderen Gründen. Und so eine Liebe bekomme ich nun auch? Gleich von zwei wunderbaren Kindern? Quasi in doppelter Ausführung?

Wenn ich so darüber nachdenke…

I’m the luckiest aunt on the earth 🙂 <3

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Danke Herzchen! Ich bin froh, dass meine Kinder so eine liebevolle Tante haben, denn ich bin sehr dankbar für mein Schwesterherz, dass immer für uns da ist.

Ging es euch ähnlich bei den Schwangerschaften und Geburten eurer Geschwister?

Eure Münstermama

1 Kommentare

  1. In Ermangelung an eigenen Kindern bin ich natürlich auch sehr glücklich, dass ich eine Nichte und einen Neffen habe. Allerdings nicht in Blutsverwandtschaft, da ich Einzelkind bin, sondern durch die Schwester des Gatten. Häufig ertappe ich mich dabei, wie ich von den Kindern erzähle, als wären es meine eigenen. 😉 Allerdings muss ich zugeben, so wie deiner Schwester ging es mir nicht, ich musste mich erst in die „Tantenrolle“ einfinden und dazu mussten die Kinder erst einmal auf der Welt sein (wo sie dann aber alle beide mein Herz im Sturm erobert haben). Ich selbst habe meine Tanten immer sehr geliebt und sehr, sehr wunderbare Erinnerungen an die Zeit mit meiner Lieblingstante (die vor 2 Jahren leider unerwartet und viel zu früh gestorben ist). Meine Tante war immer sehr cool und hat spannende Dinge mit mir gemacht, auch vieles, was ich zuhause nicht durfte. So eine Tante versuche ich auch zu sein! 😉 Und ich finde es super, wenn wir eigene Kinder haben, dass die dann schon tolle große Cousinen und Cousins haben (die habe ich nämlich auch geliebt wie Bolle in meiner Kindheit)!

    Liebe Grüße
    Nele

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