Mamas Stories, Münster4Kids
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Münster not so nice – Warum mir Münster diese Woche gar nicht gefällt

Ich liebe Münster. Wirklich, diese Stadt hat alles was ich mir wünsche für mein Lebensumfeld und für meine Familie – noch. Denn die Münsteraner, die sind nicht immer einfach. Eigentlich mag ich auch dieses typisch westfälische sehr gerne. Die Distanz, die man am Anfang spüren kann und diese ehrliche tiefe Freundlichkeit und Verlässlichkeit, wenn man es mal geschafft hat einander näher zu kommen. Das liegt mir.

Aber warum muss es hier, wie bestimmt auch anderswo, so unfassbar spießig sein manchmal?! Dann frage ich mich, ob wir wirklich alle in der gleichen Stadt wohnen und warum man sich gegenseitig so im Weg stehen muss. Diese Sturheit und Dickköpfigkeit der Westfalen liegt mir gar nicht.

Skaten veboten

Zum Bespiel in Gescher-Hochmoor. Das ist jetzt nicht gerade Münsters Kreuzviertel, aber ein typisches kleines Dörfchen im Idyll des Münsterlands. Da wo man sich die „heile Welt“ so vorstellt. Es passieren auch tolle Sachen dort! Freiwillige haben zum Beispiel eifrig Spenden gesammelt und eine 16.000 € Skateranlage für die Kinder der Gemeinde gebaut. Drei tolle Geräte warten dort auf die Kinder und Jugendlichen, doch gerade letztere sind nicht erwünscht. Es gibt Anwohner die gegen die Anlage geklagt haben aus Sorge von dem noch nicht vorhandenen Lärm belästigt zu werden. Trotz etlicher Mühen einen Kompromiss zu finden, können sie sich nicht darauf einlassen und spielen jetzt auf Zeit. Somit bleiben die teuren Geräte auch nach der Einsegnung von Bauzäunen umschlossen.

Natürlich ist Lärmbelästigung ein schlimmes Problem, wenn es denn existiert aber von Anfang an dieses tolle Projekt zu boykottieren, weil man auf der eigenen Terrasse möglichst keinen Piep von den Nachbarn hören will, geht mir nicht in den Kopf. Es gibt doch so viele Möglichkeiten allen Seiten gerecht zu werden! Geregelte Nutzungszeiten zum Beispiel und vielleicht auch ein wenig Freude am Miteinander.

Die Situation werden jetzt die Gerichte und Anwälte klären müssen und die Freiwilligen, die schon viel Kraft und Zeit in ein ursprünglich überschaubares Projekt für die Jugend im Ort gesteckt haben, haben jetzt noch länger etwas davon. Alles weit weg von der „heilen Welt“, oder?!

Tierheim vs Ordnungsamt

Aber man brauchte diese Woche gar nicht aus Münster raus, um sich zu wundern. Hochaktuell war die Paragraphenreiterei, die dem Tierheim ein wichtiges finanzielles Standbein entziehen wollte. Markus Lewe, unser Bürgermeister hat zwar die Schirmherrschaft für den Verein, aber gegen seine Mitarbeiter im Ordnungsamt kommt er wohl auch nicht an. Da wurde nämlich jetzt ein Verbot für den monatlichen Basar des Tierheims ausgeheckt. Im Juni sollte es den letzten Basar geben. Auch dort sind seit Jahren 50 und mehr Freiwillige ständig in Aktion, um die üppigen Spenden der Münsteraner zu verwalten und beim Basar unter den Mann zu bringen. Wir, wie viele andere auch, spenden gelesene Bücher etc. viel lieber dem Tierheim als sie selbst zu verkaufen, denn wir wissen um den Wert dieser Einrichtung. Sie versorgen die Fundtiere der ganzen Stadt und sorgen dafür, dass die Tiere in ein wirklich gutes und passendes neues Zuhause kommen. Dazu bekommen sie eine finanzielle Unterstützung von der Stadt, die aber nicht mal die Hälfte der Ausgaben abdeckt. Der Basar ist sehr beliebt und wird immer gut besucht. Das scheint anderen Flohmarktbetreibern ein Dorn im Auge zu sein. Und Münsters Ordnungsamt ist da sehr genau, da ist man schnell mit Verboten. Wer die Versorgungn der ganzen Tiere übernimmt, wenn es der Tierschutzverein Münster e.V. nicht mehr kann?

Zum Glück sind wir aber kurz vor der Kommunalwahl, da arbeiten auch die Politiker der Stadt mal wirklich schnell, will ja keiner Stimmen verlieren deswegen. Schnell sichern alle ihre Unterstützung für das Tierheim zu. Es finden umgehend Gespräche statt und plötzlich ist man auch im Ordnungsamt wieder bereit Möglichkeiten für Kompromisse zu suchen.

MuensternotsoniceEs ist manchmal echt zum Haare raufen. Ehrlich, diese Woche bist du nicht die lebenswürdigste Stadt der Welt für mich, liebes Münster. Man kann auch besser miteinander kommunizieren und vielleicht muss man hin und wieder auch mal seine Sichtweise ändern. Daran will ich jetzt auch arbeiten:

Ich bringe den Nachbarn, die gestern von früh bis spät mit ihrer Heckenschere unser Viertel beschallt haben, gleich ein Stück Kuchen zur Stärkung. Nein, ich bin kein Fan von Dauerbeschallung durch Gartengeräte, aber schließlich wird die Straße mit der geschnittenen Hecke ja auch viel schöner und darüber kann man sich ja auch freuen.

Eure Münstermama

4 Kommentare

  1. Guten Morgen, diese Sturheit, wenn es um die eigene Ruhe etc. geht, gibt es wohl überall. Die westfälische Distanz hingegen… Damit habe ich es als Rheinlanderin sehr schwer gehabt. Dafür werde ich meine Münsteraner Freundinnen jetzt auch nicht mehr los 😉

    • Muenstermama sagt

      Ja, wenn man aus dem Rheinland kommt hat man es nicht leicht. Aber Münsteraner Freundinnen sind es wert 😉

  2. Ich bin mal wieder total uninformiert, was hier alles so passiert. 😉 Das mit den Skate-Geräten ist ja wohl echt ein Witz. Gibt es nicht seit kürzerem ein Gesetz, dass besagt, dass „Kindergeräusche“ (mangels besserem Wort) nicht als Lärmbelästigung gelten dürfen?

    Liebe Grüße
    Nele

    • Muenstermama sagt

      Gute Frage, aber wenn es das noch nicht gibt, sollte es schnellstmöglich eingeführt werden!

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