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6 Merkmale einer schlechten Grundschule – Münsterpapa

Momentan laufen wieder die Schul-Anmeldungen für die zukünftigen Erstklässler. Ich gehöre 2018 selber zu den Eltern, die ein Kind einschulen. Viele fragen sich, welche Schule denn jetzt am besten für das eigene Kind ist.  Ich möchte es einmal umgekehrt machen und Merkmale für eine wirklich schlechte Schule auflisten.

Grundschule Schlechte Schule Merkmale

#1 Ergänzungen zum Lehrplan fehlen
Es fehlt eine Ergänzung des allgemeinen Lehrplans, der die Gegebenheiten vor Ort berücksichtigt.

Allen Fächern liegt ein Lehrplan zugrunde. Schulen sind verpflichtet, nach diesem zu arbeiten. Schulbücher decken die Inhalte des Lehrplans nahezu komplett ab. Es ist aber auch möglich, ein Fach ohne Schulbuch zu unterrichten. Die Lehrpersonen stellen dann die Inhalte des Faches selber lehrplangemäß zusammen. Dadurch kann das Arbeitsmaterial sehr individuell auf die Schülerinnen und Schüler zugeschnitten werden. Bleibt die Frage, ob das immer konsequent geleistet werden kann.

Jede Schule hat standortbedingte Besonderheiten. Ist sie eine Stadtschule, eine Landschule, befindet sie sich an der Grenze zu einem anderen Land, ist sie eine Bekenntnisschule usw.? Aufgabe der Schule ist es, diese Besonderheiten im schuleigenen Lehrplan aufzugreifen, wie z. B. durch Projekttage, Feste, Arbeitsgemeinschaften oder auch durch eine zusätzliche Sprachförderung.

#2 Schulprogramm veraltet
Die Grundschule verfügt über kein aktuelles Schulprogramm.

Das Schulprogramm informiert über das Profil der Schule. Das Programm kann in folgende Bereiche gegliedert werden:

  • die pädagogische Leitlinie der Schule,
  • die verwendeten Schulbücher, Unterrichtsmaterialien und digitalen Medien,
  • die Unterrichtsmethoden,
  • das Förderkonzept,
  • die Bewertung von Leistung und
  • die Zusammenarbeit mit der Elternschaft.

Das Schulprogramm befindet sich stetig im Wandel. Es sollte daher regelmäßig aktualisiert werden.

#3 Kein Blick für Individualität
Im Unterricht wird nicht auf Besonderheiten oder Lernschwierigkeiten der einzelnen Kinder eingegangen.

Jedes Kind hat individuelle Bedürfnisse. Niemand darf dauerhaft über- oder unterfordert werden. Lerninhalte sollten auf vielfältige Weise vermittelt werden und an das Leistungsvermögen angepasst sein (jedes Kind wird da abgeholt, wo es steht).  Auch Themen, die die Kinder sich wünschen, sollten berücksichtigt werden.

#4 Sozialverhalten ist kein Thema
Die Schülerinnen und Schüler werden nicht bei der Entwicklung eines positiven Sozialverhaltens unterstützt und in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt.

Kinder brauchen positive Sozialerfahrungen in der Gruppe um zu selbstbewussten Individuen heranzuwachsen. Konflikte und auch Handgreiflichkeiten gehören zum Schulalltag. Wichtig ist, wie damit umgegangen wird und ob es präventive Maßnahmen zur Vermeidung von Gewalt gibt. An vielen Schulen unterstützen Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter die Lehrerschaft bei dieser Aufgabe.

#5 Schwierige Kommunikation zwischen Lehrern und Eltern
Die Lehrerinnen und Lehrer sind schwer zu kontaktieren,

selber informieren sie nicht (zeitnah) über Lernschwierigkeiten oder andere Probleme mit Kindern.  Lehrerinnen und Lehrer müssen nicht rund um die Uhr erreichbar und ansprechbar sein. Sie sollten jedoch eine regelmäßige Sprechzeit anbieten. Auch sollte es Absprachen über die Art von gegenseitigen Mitteilungen geben (Postheft, E-Mail etc.).

#6 Keine aktive Beteiligung der Elternschaft
Die Elternschaft nimmt nicht aktiv an der Gestaltung des Klassen- und Schullebens teil.

Eltern gestalten das Schulleben mit. Sie organisieren zusammen mit den Lehrerinnen und Lehrern Feste und Feiern. In verschiedenen Sitzungen können sie darüber hinaus mitbestimmen, wie die Schule sich weiterentwickelt. Mit einem Förderverein können Eltern die Schule finanziell unterstützen.

 

Ich kenne in meiner Umgebung keine Grundschulen, auf die diese Punkte zutreffen. Natürlich haben alle Grundschulen ihre Stärken und Schwächen.

Bei der Wahl zwischen mehreren Grundschulen, bietet das Schulprogramm eine gute Orientierung. Grundschulen erteilen zukünftigen Eltern persönlich, über Infohefte und/oder im Internet Auskunft über ihr Schulprofil. Am Tag der offenen Tür bekommt man einen ganz persönlichen Einblick in das Schulleben und kann ohne Hemmungen Fragen stellen. Auch an den Pinnwänden, Bilderstrecken und der Flurgestaltung zeigt sich viel von den genannten Aspekten.

Mehr vom Münsterpapa zum Thema Vorbereitung auf die Schulzeit findet ihr hier!

Grunschule schlechte Schule Pin

Habt ihr noch Fragen oder selbst schon Erfahrungen gemacht, die ihr weitergeben möchtet? Teilt sie gerne hier in den Kommentaren!

4 Kommentare

  1. Die Frage ist nur, wie man diese Punkte als (noch)nicht-Schuleltern beurteilen kann. Bei manchen Punkten (z.B. Kommunikation Eltern-Lehrer) stelle ich mir das schwer vor. Man kennt die Schule ja nur vom Tag der offenen Tür. Ok, vielleicht hat man das Glück durch Erzählungen von anderen Eltern einen Einblick zu bekommen.
    Wir haben uns vorgenommen (Kind 2019 schulpflichtig) dieses Jahr schon mal erste Schulen anzuschauen und so zu sagen eine Vorauswahl zu treffen. Dann haben wir nächstes Jahr die Möglichkeit, nochmal gezielter zu schauen oder zu fragen.
    Hoffentlich klappt das so, wie ich mir das bisher vorstelle. Denn eine gute (Grund-)schule ist mir echt wichtig.
    Liebe Grüße
    und danke für die Gedankenanstöße.
    Kathrin

    • Hallo Kathrin,
      danke für deine Anmerkungen! Du hast sicherlich recht, manche Punkte kann man nicht direkt beurteilen. Vielleicht bietet sich die Gelegenheit, beim Tag der offenen Tür mit Lehrerinnen/Lehrern ins Gespräch zu kommen.

      Liebe Grüße und deinem Kind einen guten Schulstart!
      David

  2. Hallo David,
    vielen Dank für deinen informativen Artikel. Neben deinen sechs Punkten gibt es für mich noch einen siebten: Der persönliche Kontakt zwischen Lehrer*in und Kind. Da spiegelt sich an jeder Schule die Gesellschaft wieder. Manche Kinder haben Glück und manche Pech. Beispiel: Meine Frau war zum Tag der offenen Tür an einer Grundschule hier in der Nähe. In einem Klassenzimmer konnten die Kinder malen. Begleitet wurde das Angebot von zwei Lehrerinnen. Außer meiner Tochter war kein weiteres Kind im Raum. ABER: statt kindgerecht mit meiner Tochter zu sprechen, haben sich die beiden Lehrerinnen die ganze Zeit über Schulinterna unterhalten. Schade, so weckt man bei keinem Kind der Welt Interesse oder gar Begeisterung für die Schule. Und wenn die beiden Fachkräfte es noch nicht mal in einem zwei zu eins schaffen, wann dann ….

    • Hallo Rüdiger,
      der Punkt, den du nennst, ist in meinen Augen sogar eine Voraussetzung für den Lehrerberuf! Schade, dass sich die Kolleginnen keine Zeit für euer Kind genommen haben.

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