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Checkliste für das Wochenbett – Besorgungen, Erfahrungen und viel Blut?

Trigger-Warnung: Dieser Beitrag enthält Begriffe wie Blut, Wochenfluss, Stuhlgang und Dammriss. Wer sowas nicht lesen möchte, mag vielleicht lieber meine Rezepte?

Dieser Wochenbett-Artikel ist seit Jahren sehr beliebt und dass aus einen einfach Grund: Ich nenne die Dinge hier beim Namen und rede nicht um den heißen Brei.

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Tipps & Tricks von echten Mamas!

Du findest hier sehr viele, sehr praktische Tipps und Erfahrungen rund um das Wochenbett.

Diese habe ich hauptsächlich aus meinen eigenen zwei Wochenbettphasen, vielen Gesprächen mit verschiedenen Hebammen und Mütter-Pflegerinnen und nicht zuletzt auch mit anderen Mama-Freundinnen zusammengetragen. Ich habe keinerlei medizinische Ausbildung, wenn also ein gravierendes Problem besteht, wende dich besser an einen Arzt!

Jede Geburt verläuft anders und man kann im Vorfeld nie genau sagen, wie es einem anschließend gehen wird. Egal ob Kaiserschnitt, Hausgeburt oder ambulante Geburt dich erwarten, durch das Wochenbett müssen alle Mamas durch! Ich halte nichts davon diese Zeit zu ver-romantisieren. Klar ist sie wunderschön und man hat eine sehr intensive Zeit mit Baby. Aber das Wochenbett ist auch extrem anstrengend. Darauf kann man sich vorbereiten und es so ein großes Stück angenehmer machen!

Empfehlung vs. Realität

Hebammen empfehlen tatsächlich ganze 6 Wochen mit Baby im Bett oder auf der Couch zu bleiben. Die Mutter soll sich wirklich „aktiv“ erholen und ganz allein dem Baby und Stillen widmen. Und genau da fangen viele Mütter auch schon an abzuschalten, denn wie realistisch ist das bitte beim zweiten oder dritten Kind?! Dennoch gibt es einige Hilfen, die man in Anspruch nehmen kann und sollte, denn desto länger man seinem Körper Zeit gibt für die Regeneration, desto besser. Ich habe euch einige Möglichkeiten für personelle Unterstützung hier vorgestellt.

Nach der Geburt wird einem schlagartig klar, was der eigene Körper in den letzten Monaten für Veränderungen durchgemacht hat. Diese Veränderungen werden hauptsächlich innerhalb der ersten sechs Wochen wieder rückgängig gemacht, dass sind die Freuden des Wochenbetts! 😉

Was passiert mit mir?

Die schönen Glücks-Hormone fallen ganz plötzlich weg, die vorher für viel Wachstum und Freude gesorgt haben. Die Nachwehen und der Wochenfluss reinigen die Gebärmutter von all dem jetzt überflüssig gewordenen Gewebe. Die Brüste arbeiten plötzlich auf Hochtouren, um die notwendige Milch zu produzieren bzw. man fühlt sich gestresst, weil sie das eben nicht machen. In jedem Fall sollte man sich seine Umgebung und die anwesenden Mitmenschen bereits vor der Geburt so positiv wie möglich gestalten, denn nach der Geburt hat man erstmal mit dem eigenen Körper klar zukommen…ganz abgesehen von dem süßen neuen Baby <3

Es gibt Hilfe!

Bei den Vorbereitungen für die Geburt kann euch meine Checkliste für die ambulante Geburt helfen. Für das Wochenbett, habe ich euch ebenfalls die hier aufgelisteten Punkte in Kurzform zusammengefasst. Praktisch zum Ausdrucken und Abhaken!

Wochenfluss

Der Wochenfluss ist deutlich stärker als die normale Regelblutung. Ich habe mir sagen lassen, dass nach einem Kaiserschnitt in der Regel weniger/schwächerer Wochenfluss zu erwarten ist als nach einer natürlichen Geburt. Dabei löst sich viel Gewebe, das in den letzten Monaten für das Baby angelegt wurde und jetzt raus muss. Besonders in den ersten Tagen an denen man noch viel liegt, tritt der Wochenfluss häufig schwallartig aus. Daher sollte er gut aufgefangen werden können, ohne die Kleidung zu ruinieren.

  • Pelzy Vlieswindeln haben sich sowohl im Klinikbetrieb, als auch bei Hebammen, dank ihrer wirklich außergewöhnlichen Saugleistung bewährt. Gerade in den ersten Tagen kann man immer gut zwei Stück, versetzt mit Überlappung im mittleren Bereich, gleichzeitig tragen. Ich habe vor jeder Geburt zwei Packungen auf Vorrat besorgt und kam damit gut aus. Man kann sie bestellen oder im Drogeriemarkt kaufen. Ein Hinweis noch: In den Drogeriemärkten findet man diese Vlieswindeln bei den Babywindeln und nicht bei den Binden und Tampons! Meist kann man nach spätestens zwei Wochen auf normale Binden umsteigen.
  • Wer keine riesigen Oma-Schlüpper daheim hat, die er eh mal entsorgen wollte, setzt auf praktische Einweg-Slips. In den Drogeriemärkten gibt es leider immer nur die aus Papier und die reißen gerne schon beim Auspacken. Es gibt aber auch sexy Netzhöschen die angenehm zu tragen und sehr zweckgerichtet sind. Mir reichte eine Packung Wöchnerinnen-Panties völlig aus, denn sie sind super mit der Hand auszuwaschen und halten alles da wo es hingehört.
Dammriss

Neben dem Abgang von Stuhlgang während der Geburt, ist der Dammriss und seine Folgen eines der größten Punkte über die werdende Mütter grübeln. Lasst euch sagen: Es ist alles halb so schlimm! Ja, es tut weh und ist furchtbar unangenehm beim ersten Stuhlgang. Nach dem Wochenbett habt ihr es aber auch schon fast wieder vergessen…versprochen!

Kleine und mittlere Dammrisse sind normal, gerade bei der ersten Geburt. Schlimmeres passiert wirklich nur in Ausnahmesituationen und die Hebammen wissen in der Regel gut, wie sie das verhindern können. Dennoch ist der Bereich zwischen Scheideneingang und Anus einfach extrem geschwollen, wund und gereizt (übrigens auch ganz ohne Dammriss!) und der erste Stuhlgang gleicht einer Mutprobe.

  • Die richtige Ernährung hilft dabei die Konsistenz des (ersten) Stuhlgangs positiv zu beeinflussen! Viel Trinken und Ballaststoffe! Da ich nicht viel Appetit hatte in den ersten zwei Tagen, halfen mir diese Kekse. Gibt’s auch in einigen Discountern.
  • Eine Spritzflasche kann einem das fiese Klopapier ersparen. Egal wie teuer und weich das Klopapier oder die Feuchttücher sind, sie fühlen sich unangenehm an! Zumal das kalte Wasser aus der Flasche auch wirklich gut kühlt und so noch einen sehr angenehmen Nebeneffekt hat. Steht eine Flasche neben jedem Klo im Haus, kann man sich schnell zwischendurch kleine Waschungen gönnen, wenn man allein mit Baby ist. (Auch gut bei Hämorrhoiden!)
  • Dann gibt es noch diese Kompressen die wunderbar kühlen und abschwellend wirken. Das ist so eine Wohltat!!
Stillen

Beim Stillen können gerade zu Beginn so viele verschiedene Probleme auftauchen. Je nach Brust und Milchbildung erlebt jede Frau das Stillen zu Beginn anders. Auch die Kinder haben sehr unterschiedlichen Saugwillen! Bei vielen klappt alles vom ersten Moment an wunderbar, bei vielen anderen aber leider nicht. Mir waren beide Versionen gegönnt und so sehr ich beim ersten Kind gelitten habe und mich durchkämpfen musste, so wunderschön und selig war das Stillen beim zweiten Kind. Dennoch sollte allen klar sein: Stillen ist erst richtig schön, wenn man sich daran gewöhnt hat und das kann mehrere Wochen dauern!

Wie fühlt sich Stillen an?

Es gibt einen sehr ungewohnten Druck in der Brust, man kann förmlich die Milchkanäle fühlen, wenn das Kind stark saugt. Dann ziept es, wenn die Brustwarze zwischen Zunge und Gaumen des Kindes eingequetscht wird und natürlich muss sich die Warze auch an die Kauleisten der Kinder gewöhnen.

Das hilft dir beim Stillen
  • Zur Vorbereitung kann man bereits einige Tage vor der Geburt anfangen die Brustwarzen mit Garmastan Salbe einzucremen. Diese blaue Schlumpfsalbe hilft die empfindliche Haut der Warzen auf die Belastung vorzubereiten und so Wunden und Risse während der ersten Tage vorzubeugen. Sie kann auch während der Stillzeit weiterverwendet werden, allerdings muss man sie vor jedem Stillen gründlich abwaschen!
  • Als Alternative zu Garmastan gibt es in den Drogeriemärkten auch Wollfette wie Lanosin, Lansinoh etc.. Auch diese wirken, aber längst nicht so gut nach meiner Erfahrung.
  • Wer eher flachere Brustwarzen hat, dem können Stillhütchen sehr helfen. Das sind so Plastik/Latex-Deckel die man auf die eigene Brustwarze setze und damit eine weiter herausstehende Warze für das Kind simuliert. Es ist dann für viele Kinder einfacher und der eigene Schmerz ist abgedämpft. Diese Stillhütchen gibt es in verschiedenen Ausführungen und Größen, da kann man sich gut in einer Apotheke beraten lassen.
  • In der Stillzeit sollte man immer Weißkohl zuhause haben. Die Blätter wirken, in den BH gestopft, wunderbar kühlend. Gerade wenn sich die Milchmengen wieder neu regulieren kann man heiße, stramme Brüste so gut und einfach runterkühlen. Mehrmals täglich wiederholt ist das eine sehr kostengünstige Hilfe. Wenn man pralle, heiße Brüste ignoriert riskiert man schnell einen Milchstau!
  • Ein Milchstau ist wirklich nicht angenehm, das wollt ihr nicht! Fieber, Schüttelfrost und starke Schmerzen in den Brüsten gehören zu einem ausgewachsenen Milchstau dazu. Um das zu verhindern muss die Milch raus! Also abpumpen oder ausstreifen und dann am besten eine Stilleinlage mit Retterspitz beträufeln und auf die Brust geben. Das zieht die ersten leichten Entzündungen meist schon raus und verhindert Schlimmeres. Das Mittel ist sehr vielseitig und es gibt viele Anwendungsgebiete, also eine kleine Falsche kann man ruhig immer im Kühlschrank haben.
  • Stilleinlagen verdienen einen extra Punkt, denn diese gibt es zum Beispiel auch aus Stoff. Die Einwegstilleinlagen waren für mich und viele meiner Freundinnen leider gar nichts. Sie klebten und man schwitzte unangenehm. Die Waschbaren waren die beste Alternative und eignen sich auch für die Retterspitz-Anwendungen.
Ernährung

Die Ernährung ist im Wochenbett für viele Frauen ein schwieriges Thema. Entweder man vergisst zu essen und bekämpft plötzliche Hungerattacken mit zu viel ungesundem Zeugs und nimmt dabei unverhältnismäßig zu, oder man isst viel zu wenig und nimmt dramatisch ab. Oft ist nicht mal das Baby Schuld, sondern der leere Kühlschrank!

Du sorgst am besten für DICH!

Am besten man legt sich selbst schon vor der Geburt einen Vorrat nach dem eigenen Geschmack an, denn Genuss darf nicht zu kurz kommen in dieser intensiven Zeit.

  • Brot, Kartoffeln und Nudeln sind wichtige und gute Kohlenhydrat-Lieferanten. Low-Carb ist nach einer Geburt nicht die beste Idee! Dennoch sollte es möglich gesund sein, also mehr Vollkorn. Das gibt ordentlich Kraft und sättigt gut. Lecker muss es trotzdem sein!
  • Malzhaltiges wie Malzbier, Landkaffee, Ovomaltine regt die Milchbildung an.
  • Energieriegel sollten im ganzen Haus strategisch sinnvoll platziert sein. Am besten immer welche in die Nähe der Lieblings-Stillplätze deponieren. Wenn man gar keine Lust auf Essen, können diese Riegel einen gut über den Tag helfen.
  • Die Neugeborenengelbsucht kann man als stillende Mama wunderbar mit leckerem Maisbarthaartee loswerden. Leicht gesüßt schmeckt es wie Popcorn und hilft der Leber des Babys.
  • Studentenfutter und Beeren haben viele wichtige Fette und Antioxidantien
  • Selbstgemachte Tiefkühlkost, die man nur noch in den Ofen oder die Mikrowelle schieben muss, rettete uns ganze Wochen. Bolognese, Fleischbällchen und gegrilltes Gemüse, Nudelauflauf und Suppen kann man prima in den Wochen vor der Geburt kochen und einfrieren.
Haushalt & ältere Geschwister

Bereits in den letzten Wochen vor der Geburt kann man klären, wer welche Aufgaben im Haushalt übernimmt, wer die älteren Kinder betreut und wer den Einkauf erledigt. Damit man nicht selbst in Versuchung kommt sich zu übernehmen und doch mal schnell selbst das Badezimmer zu putzen, muss man sich die Hilfe vorher schon organisieren. Wer da nicht auf Familie zurückgreifen kann, der findet andere Anlaufstellen in diesem Beitrag!

Hinterlasst mir gerne eure Tipps für das Wochenbett oder schreibt mir, was euch besonders geholfen hat.

Auf Pinterest habe ich auch einige interessante Pinnwände zu den Themen Baby DIY, Familienleben und Babybauch Fotos zusammengestellt und in diesem Beitrag erzähle ich von unserem ersten Jahr mit Baby!

Teilt diesen Beitrag gerne auf Facebook oder Pinterest oder zeigt die Checkliste auch euren Freundinnen, die sich gerade auf eine Geburt vorbereiten.

Wir wünschen euch Alles Gute für diese spannende und intensive Phase mit den kleinen Wundern!

10 Kommentare

  1. Andrea sagt

    Danke für die lieben Tipps – wie du bereite ich mich ja langsam auch auf Geburt und Wochenbett der zweiten Münsteranerin vor 😉 etwas später als bei euch, aber hoffentlich nicht mehr ewig!
    Ich hab im Krankenhaus zur Kühlung des dammschnitts/Intimbereichs Binden bekommen die in Kamillentee getränkt waren und dann eingefroren waren – im ersten Moment immer ein kleiner Schock, aber dann Super angenehm!!! Kann man für zu Hause auch gut selber machen…Kamillentee kochen, abkühlen und etwas auf die Binde geben, wegfrieren und bei Bedarf nutzen!!!
    Wünsche euch eine wunderschöne Geburt und hoffe, dass alles so klappt wie ihr 4 es euch wünscht!!!
    Andrea

  2. Vielen vielen Dank für diesen Beitrag!
    Das sind wirklich Dinge, die einem vorher sonst niemand erzählt.
    Puh, ich hoffe das es bei uns dann auch so entspannt abläuft. Ich denke aber das vor allem der Punkt „entspannen und nicht zu viel machen“ richtig schwer wird.
    Viele Grüße
    Sabrina

  3. srnn sagt

    hey,

    super Artikel! werde ihn gleich einer schwangeren Freundin empfehlen. nur: stillhütchen länger als ein, zwei Tage in Gebrauch führen bei ca. der Hälfte der Frauen zu einem sehr langsamen, kaum merklichen Rückgang der milch! ergänz das doch bitte noch als Warnung! im schlimmsten Fall bekommt das baby sonst nach ein laar Wochen plötzlich zu wenig!
    Gruß,
    srnn

    • Muenstermama sagt

      Danke für deinen Beitrag! Die Stillhütchen sind immer nur für wunde und schwierige Phasen und nicht für Dauereinsätze gedacht, da hast du wohl Recht!

      • Ich sehe und habe dieses übrigens anders erlebt.
        Ich musste (!) mit Stillhütchen stillen, sonst hätte es gar nicht funktioniert (und ja wir haben es oft genug anders probiert).
        Grundsätzlich bin ich der Meinung am besten die eigene Hebamme um Rat zufragen. Unsere damals sehr erfahrene Hebamme hat meine Befürchtungen diesbezüglich ausgeräumt und uns gut beraten. Die Hebamme empfahl zu beobachten, ob das Kind satt würde und im Rahmen zunahm, dann ist auch das Stillen mit Brusthütchen kein Problem.
        Also wie eigentlich alles im Leben gibt es kein Schwarz oder Weiß, sondern man sollte sich seinen eigenen Begebenheiten anpassen und sich mit der eigenen Hebamme beraten, die kennen einen und können gezielt beraten und etwas raten.

  4. Nina sagt

    Wie soll man denn 6 Wochen im Bett liegen? Wer macht dann den Haushalt, die Einkäufe und versorgt eventuelle Geschwisterkinder?

    Mein Mann konnte 1 Tag zu hause bleiben und dann war ich auf mich allein gestellt, mit Kaiserschnittnarbe.

    Ist aber ein schöner Artikel 🙂

  5. Danke für diese ganzen Tipps liebe Leila!! Ich muss wohl doch nochmal ne Runde machen und mich um die Wochenbettvorbereitung kümmern. Irgendwie vergisst man sich selbst ganz schnell bei den ganzen Vorbereitungen für das Baby. Und 6 Wochen Wochenbett.. Bin gespannt wie es bei uns klappt. Viele liebe Grüße, Maike

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