Mamas Stories

Eifersucht – Eine Gefahr für die Beziehung?

Jetzt mal ehrlich, jeder von uns empfindet hin und wieder Eifersucht oder Neid. Doch wie geht ihr mit diesem Gefühl um und ist es wirklich so negativ, wie uns alle weismachen wollen? Redet ihr mit den Kindern über diese Gefühle?

„Ich bin furchtbar eifersüchtig und treibe meinen Mann damit regelmäßig in den Wahnsinn!“

Ich möchte euch von zwei Situationen erzählen und auch davon, warum ich mittlerweile die gesunde Eifersucht als ein positives Gefühl betrachte.

Vor kurzem hatten wir Besuch bei uns im Garten. Die Kinder spielten und wir unterhielten uns. Mein Mann stand am Grill und wendete Würstchen, ich trank ein Glas Weißwein mit meiner Freundin und genoss den entspannten Nachmittag. Doch immer wieder irritierte mich das Verhalten, der Frau, die sich zu meinem Mann an den Grill gestellt hatte. Kurz gesagt, sie flirtete auf Teufel komm raus.

Ihr Verhalten war so offensiv und auch respektlos, dass es mich wurmte.

War ich etwa eifersüchtig?

„Erst mit 30+ und meinem Mann ist Eifersucht nur noch leichtes Kribbeln, vielleicht Schmunzeln“

An einem anderen Tag musste ich zu einem Auftrag und hatte noch nicht gefrühstückt, weil ich so unter Zeitdruck stand. Doof, denn hungrig werde ich schnell irrational und ich merkte unterwegs, wie mein Bauch laut zu knurren begann. Das wäre ja peinlich, wenn das jemand mitbekommt…also schnell rechts ran und in den Bäcker. Vor mir an der Theke zwei Damen, beide in stylishen Sport-Outfits im Gespräch über ihre vielen „Termine“ an dem Tag.

Offenbar kamen die beiden gerade vom Yoga und mussten nur schnell Brötchen für das Frühstück mit den Liebsten organisieren. Heute stand ja schließlich noch Maniküre und Friseur an, man wollte für die Veranstaltung am Abend besonders hübsch sein. Wie soll man das alles nur an einem Tag schaffen?!

Wie ihr euch vorstellen könnt, hielt sich mein Mitleid in Grenzen. Doch das Bild und das Gefühl, welches ich in dem Moment hatte war mindestens genauso mies, wie Tage zuvor im Garten.

War ich etwa neidisch?

„Zerfrisst einen von innen. Einmal eingenistet geht der [das Gefühl] nicht mehr weg.“

Ja, ich war eifersüchtig und neidisch. Das gehört eben zu unserer aller Gefühlswelt dazu. Wir sind traurig, fröhlich, verliebt, wütend und manchmal eben auch eifersüchtig. Und das ist auch gut und richtig so.

Ich halte es für ungesund jemandem auch nur eines dieser Gefühle abzusprechen. Gerade Kinder und Jugendliche sollten doch lernen, dass jedes Gefühl seinen Ort und seine Zeit hat und dort auch absolut sinnvoll sein kann. Und ich glaube sehr fest daran, dass man Gefühle bewusst steuern kann. Das gilt auch für Eifersucht!

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Eifersucht hat viele Gesichter

Wenn wir an Eifersucht denken, haben wir meist direkt das Bild des Verzweifelten vor uns. Menschen die anfangen das Smartphone ihres Partners, seine Taschen oder Kontoauszüge zu durchsuchen. Ich denke, wenn man in diesem Stadium angekommen ist, sollte man sich schnellstmöglich Hilfe suchen oder aus der Beziehung entfernen. Da gibt es dann sicherlich noch andere Baustellen, als nur die Eifersucht.

„Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft…nein danke!“

Unser negatives Bild von der gesunden Eifersucht hat vor allem etwas mit dem uns eingebläuten Knappheitsgedanken zu tun. Wir glauben, es gäbe ein Mangel an dem, was wir in unserem Leben brauchen und wollen. Und wir bilden uns ein, dass es nur einen Weg gibt, um glücklich zu werden. Das führt dazu, dass wir uns darauf konzentrieren, was uns fehlt und schafft die Illusion, dass es nur eine mögliche Lösung gibt.

Das wiederum führt zu Neid und auch zu der Angst, etwas zu verlieren, was uns lieb ist.

Wir leben im Überfluss!

Doch wenn man anfängt genauer darüber nachzudenken, kommt man schnell zu der Erkenntnis: Es gibt keinen Mangel!

Nur weil jemand etwas hat, dass ich auch will, nimmt es mir nicht die Möglichkeit es auch zu bekommen. Der Knappheitsgedanke lässt uns glauben, dass jemand etwas von uns „stehlen“ könnte oder verhindern würde, dass wir es auch bekommen.

Zulassen, hinterfragen, weiterdenken

Wenn wir also weg kommen von dem Gedanken, dann können wir den Kitzel und die Energie der Eifersucht auch nutzen. Wenn ich meinem Mann sage, dass ich eifersüchtig war in dem Moment, lasse ich meine eigene Schwäche zu und gebe ihm die Möglichkeit mir näher zu sein, gebe uns die Möglichkeit über unsere Partnerschaft zu reden.

Vielleicht hat mich das Verhalten der Frau in meinem Garten geärgert, aber im Grunde wusste ich, es geht ihr gerade gar nicht gut. Schließlich drückt so ein Verhalten auch eine gewisse Verzweiflung aus.

Gleichzeitig hatte ich nicht das Gefühl etwas zu verlieren, nur weil mein Mann die Gelegenheit bekam mal in Aufmerksamkeit zu baden. Das gönne ich ihm, genauso wie er mir. Es nimmt uns ja niemand etwas weg, wenn man dafür sorgt, dass der Partner sich gut fühlt.

„Wenn Eifersucht wertschätzend ist – ok, aber besitzergreifend, geht gar nicht!“

Und während ich da hinter den Damen beim Bäcker stand, wurde mir auch bewusst, dass ich selbst so viel wertvolles an dem Tag erlebte. Ich wusste meine Kinder in guten Händen und freute mich auf den bevorstehenden Auftrag. Ich lebe den Luxus, mir jederzeit das Frühstück kaufen zu können, nach dem es mich gerade gelüstet. Und daheim habe ich noch zwei Tickets für ein schönes Spa liegen, das ich mir dann bei Gelegenheit auch mal gönne. Also, aufhören zu vergleichen und wie meine Tante so schön sagt:

Partnerschaft Liebe Familie Ehe

Let’s count our blessings

Gerade Neid kann übrigens auch ein guter Startpunkt für neue Inspiration und Motivation sein. Wenn mein großer Sohn sich darüber ärgert nicht so gut gelaufen zu sein wie sein bester Freund, dann nützt es ja nichts ihm den Ärger auszureden. Bei unseren Kindern versuchen wir ganz automatisch die Energie in positive Bahnen zu lenken und als Anreiz zu nutzen. Vorleben ist auch hier wieder der einzige Weg!

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Wenn ich jetzt etwas auf Instagram sehe, das in mir ein Gefühl von Neid loskitzelt, dann ist es wie ein Zeichen: Zeit das Smartphone wegzulegen. Vom Bildchen liken wird mein Wohnzimmer nämlich auch nicht schöner 😉

Für die ganz harten Fälle gibt’s aber auch das hier! * (Affiliate Link)

Die Zitate in diesem Beitrag stammen aus einer kleinen Umfrage auf Instagram. Vielen Dank an alle, die sich beteiligten und meinen Gedanken mit ihren Antworten auf die Sprünge halfen!

Kategorie: Mamas Stories

von

Leila schreibt seit 2014 über Familie, Food und Reisen hier auf Münstermama, und als Kolumnistin der MZ. Als Gründerin des Münsteraner Bloggernetzwerks MünsterBLOGS vermittelt sie Kooperationen und organisiert regelmäßig Bloggerevents.