Mamas Stories
Schreibe einen Kommentar

Langeweile? Gibt’s bei uns nicht! Wie furchtbar…

Langeweile wohin das Auge blickt

Ich wette darauf, dass neben vieler meiner Mami-Freundinnen heute mindestens ein maulendes Kind voller Langeweile steht:

„Mama, mir ist soooo langweilig!“

„Mama, was soll ich tuuuuhuuun?“

„Mama, spielst du mit mir?“

„Mama, was machst du daaa?!“

Egal wie gern wir selbst mit unseren Kindern spielen und Zeit verbringen, jede von uns hat auch noch andere Aufgaben. Und wir sind uns wohl einig: Auf der Hitliste der nervigsten Kinderfragen steht die „Was soll ich bloß tun“-Frage ziemlich weit oben.

Gelangweilte Kinder? Selbst Schuld!

Im Alltag zwischen Wäsche, Arbeit, Einkauf und den Zeiten mit Kind ist es nicht gerade einfach alles unter einen Hut zu bringen. Wenn dann die lieben Kleinen sich nicht mal für 5 Minuten selber beschäftigen können, kann einen das schon tierisch nerven.

Doch da haben die Kinder keine Schuld!

Ganz richtig, wenn dein Kind sich langweilt bist DU dafür verantwortlich!

Es ist deine Schuld, dass dein Kind motzend neben dir in der Küche steht und sich nicht zu beschäftigen weiß! Deinem Kind fehlt die Fähigkeit auch nur einen weiteren klitzekleinen Moment der Langeweile auszuhalten, weil Du es ihm nicht beigebracht hast.

Langeweile will gelernt sein

Genauso wie wir unseren Kindern beibringen mit Besteck zu essen, sich die Zähne zu putzen oder „Guten Morgen“ zu sagen, müssen wir ihnen den richtigen Umgang mit Langeweile beibringen. Wenn die Umwelt die Reize deines Kindes für einen Moment nicht stimuliert, muss es einen Weg finden durch Kreativität aus sich selbst heraus eine Motivation zu finden.

Wenn dein Kind also sagt, „Mama, mir ist soooo langweilig!“, dann sagt es eigentlich: „Mama, mir fehlen die Fähigkeiten mir etwas Neues einfallen zu lassen. Bitte lass du dir etwas für meinen Spaß einfallen!“.

Ganz ehrlich? Da spiel ich nicht mit. (höhö, Wortwitz!)

Ich bin kein Animateur!

Mir war ziemlich schnell klar, dass ich nicht der Animateur meiner Kinder sein will. Da berufe ich mich eindeutig auf meine eigene Mutter. Natürlich kann ich mich daran erinnern, wie wir zusammen Rummykub gespielt oder auch mal gebastelt haben. Aber generell hätte ich meine Mutter nicht zu meinen „Spielkameraden“ gezählt.

Meine Schwester und ich waren gewissermaßen „gezwungen“ uns immer wieder neue Beschäftigungen auszudenken. Wir haben Höhlen gebaut und Tanzstücke eingeübt. Wir haben ganze Städte aus Playmobil, Kuscheltieren und selbst gebastelten Kastanienmännchen entstehen lassen und uns tagelang darin verloren. Wir haben uns ewig darüber gestritten, wer beim Monopoly betrügt und draußen getobt und geübt, damit ich viel schneller den alten Kirschbaum im Garten hoch klettern kann als der blöde Sascha von nebenan.

Und wenn wir uns gegenseitig nicht mehr länger ertragen konnten, haben wir – unglaublich aber wahr –  ganz allein etwas gemacht! Wir haben uns sogar ziemlich oft allein Bücher angeschaut oder gelesen. Heute für viele wohl unvorstellbar?

24/7 gegen die Langeweile

Irgendwann in den letzten Jahren hat sich der Glaube eingenistet, wir müssten unseren Kindern vom Aufstehen bis zum Zubettgehen Programm bieten. Im Auto hängen vor den Kindersitzen DVD Player und im Restaurant spielen die Kinder mit iPad oder Handy. (Das hat nichts mit Medienkompetenz zu tun!)

Die Nachmittage sind voll mit Musikunterricht, Sport und durchgeplanten Verabredungen. Die Wochenenden füllen wir mit Geburtstagsfeiern und Ausflügen. Die Kinder haben eh kaum noch Zeit zur Ruhe zu kommen, über Dinge nachzugrübeln und überhaupt das Gefühl der Langeweile wahrzunehmen. Und wenn es dann tatsächlich passiert, ist dieses Gefühl so ungewohnt und verstörend, dass sie sofort bei Mama auf der Matte stehen und Abhilfe erwarten.

Die Gelegenheit ist rar

Wenn es also zu der unwahrscheinlichsten aller Situationen kommt, nach einem langen Wochenende, mitten in den Ferien oder an verregneten Feiertagen, müssen wir die Gelegenheit nutzen!

Unsere Kinder müssen lernen wie sie mit nicht-verplanter Zeit umgehen können und dies möglichst aus eigener Motivation heraus. Wir müssen ihnen beibringen, ihre Kreativität zu nutzen. Wir müssen ihnen das Gefühl vermitteln, wie man sich trotzdem sicher fühlt, obwohl nichts „ansteht“.

Aber wie soll man das bitte machen? Wie soll man Kindern all das vermitteln, wenn es einem selbst schwerfällt!?

Ignorier deine Kinder!

Man kann zum Beispiel ganz leicht damit anfangen, indem man das Maulen und Motzen des gelangweilten Kindes erträgt. Einfach aushalten ohne direkt Vorschläge und Ideen für neuen Spaß zu präsentieren. Halt es einfach mal aus, dass dein Kind nicht mit dir zufrieden ist und lass es durch diese unangenehme Phase selber durchgehen. Das ist gut, das ist richtig, das darfst du dem Kind nicht nehmen!

Ich gebe zu, ganz so einfach ist es nicht dem Drang zu widerstehen und die eigenen Ideen zurückzuhalten. Aber es lohnt sich und dauert ganz bestimmt nur wenige Minuten!

Wir können auch in unserem eigenen Tagesplan ganz bewusste Langeweile-Zeiten einbauen. Sogar eine halbe Stunde tägliche „Ruhezeit“ im eigenen Zimmer, ohne Musik, Apps oder Fernseher reicht! Das bedeutet aber, dass wir selbst hin und wieder das Handy weglegen, die Wäsche ignorieren und einfach mal Langeweile zulassen müssen.

Wenn dein Kind sieht, dass auch du einfach mal in deinen Gedanken verloren vor dich hinkritzeln kannst und es dir dabei gut geht, wird es sich dabei selbst auch gut und sicher fühlen können.

Wir können im Restaurant mit unseren Kindern reden und ihnen beibringen, dass auch Wartezeiten ohne Stimulation überstanden werden können. Wir können selbst, wenn wir an der Supermarkt Kasse stehen, das Handy in der Jackentasche lassen. Wir können im Auto Lieder singen und Kennzeichen-Bingo spielen und danach einfach mal Stille (bzw. ein wenig Gemecker der Kinder) aushalten.

Raus aus der Langeweile, hinein in den Spaß

Es dauert nicht lange und die Kinder werden etwas finden, dass ihre Gedanken und ihre Hände beschäftigt. Sie werden erleben wie sie aus eigener Motivation heraus einen Weg aus der Langeweile gefunden haben. Und sie werden entdecken wie viel Spaß in Kreativität steckt!

Wenn ich höre, wie der kleine Münsteraner neue Lieder dichtet oder der Wolbecker mit seinen Duplo Männchen Szenen aus dem Familienalltag nachspielt, weiß ich genau:

Wir lieben Langeweile!Langeweile gelangweilte Kinder Lösung Beschäftigung Münster

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.