Mamas Stories
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Mutterliebe ist das Verrückteste am Elternsein

Meine Söhne sind mit dem Moment ihrer Geburt zu den wichtigsten Menschen in meinem Leben geworden. Meine Mutterliebe war vom ersten Moment an unendlich. Für diese Beiden würde ich alles tun, alles sagen, alles aufgeben – wenn es nötig sein sollte.

Ich möchte sie ausrüsten mit den wichtigsten Fähigkeiten und Werten, damit sie ein gutes und gesundes Leben führen können. Wir versuchen unseren Kindern ein aktives, liebevolles, positives und wertvolles Miteinander vorzuleben. Unsere ganze Energie, Kraft und Liebe fließt in diese beiden Menschen.

Wenn ich sie ansehe, wird mir bewusst wie klein sie noch sind. Sie haben so viele Erfahrungen noch nicht gemacht und so viel noch vor sich im Leben. Mein Mutterinstinkt möchte alles Böse weit wegschieben. Mein Herz kann es nicht ertragen, wenn sie traurig sind. Es raubt mir den Atem, wenn ich weiß, dass sie Sorgen haben.

Natürlich ist mir klar, dass auch anstrengende und herausfordernde Momente zum Leben dazu gehören. Mein Kopf versteht das und sorgt für die Einhaltung des elterlichen Balanceakts. Ich versuche alles Menschenmögliche, damit meine Kinder lernen sich zu behaupten. Wir möchten ihnen zeigen wie wichtig es ist wieder aufzustehen. Wir versuchen verständlich zu machen, dass es auf die Art und Weise, wie man wieder aufsteht, ankommt. Sie sollen lernen stark und mutig schwierigen Situationen entgegen zu treten. Aber sie müssen auch lernen ihre Schwäche zuzulassen ohne sich darin zu verlieren.

Doch auch wenn ich all das weiß, möchte mein Herz jeden in Stücke zerreißen, der einem meiner Kinder in die Quere kommt. Mein Bauch schreit laut auf, wenn meinen Söhnen ein böser Blick begegnet. Mein Körper füllt sich mit Wut und Verzweiflung, wenn ich es mir nur vorstelle.

Dabei macht mein Herz keinen Unterschied, ob es berechtigt ist oder nicht. Meinem Herz ist egal ob sie Widerstand verdient haben oder ihnen eine Ungerechtigkeit widerfährt.

Das sind meine Kinder! Sie sind mehr als meine Person oder unsere Liebe. Sie sind die Menschen, für die ich mein Leben zu jeder Sekunde aufgeben würde. Ohne mit der Wimper zu zucken und ohne eine Sekunde Reue.

Das Dilemma, in dem man sich als Mutter früher oder später befindet, ist genau dieses Spiel zwischen Vernunft und Erziehung auf der einen Seite und endlos intensiver Liebe und Leidenschaft auf der anderen Seite. Das größte Paradox des Ganzen: Aus Liebe muss immer die Vernunft siegen.

Wie verrückt, dieses Muttersein!

Die Kraftaufwendung, die es benötigt den richtigen Weg zu wählen und nicht die nackten Gefühle siegen zu lassen, die sieht keiner. Aber sie ist so wichtig und unsere größte Herausforderung!

Am Ende entlassen wir alle unsere Kinder in die Welt, gewollt oder nicht. Die wahren Superkräfte einer Mutter sind dann Hoffnung, Vertrauen und Gelassenheit.

Zum Glück habe ich noch ein paar Jahre, um zu üben.

Kategorie: Mamas Stories

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Leila schreibt als Münstermama seit 2014 über Familie, Food und Reisen. Als Gründerin des Münsteraner Bloggernetzwerks MünsterBLOGS vermittelt sie Kooperationen und organisiert regelmäßig Bloggerevents.

1 Kommentare

  1. Mütter oder sagen wir Eltern sein, ist eine ganz individuelle Sache. Denn „Mutter/Vater/Eltern sein“ gibt es ja nicht als Schulfach, so dass man ein Elternteil mit einem guten Notendurchschnitt werden könnte und man hinterher wie bei Mathe einfach für jede Aufgabe eine logische Lösung ausrechnen kann. 😀
    Nein, es ist ein ganz neuer und unbekannter Weg und ja, man kann viel richtig und viel falsch machen. Der eine lässt sein Kind schreien, wenn es hingefallen ist und andere Außenstehende (z.B. Eltern) denken „Wie kann man nur“ und andere sprinten sofort zum Kind, wenn es hingefallen ist, um es zu trösten und andere Außenstehende (z.B. Eltern) denken „Wie kann man nur“. Letztendlich ist wohl tatsächlich die Kunst, einfach sein Bestes zu geben, nach seinen ganz eigenen Werten und Vorstellungen (solange sie sich auch an die gesetzlichen Werte halten).
    Denn man kann seinem Kind bzw- seinen Kindern alles Wichtige (Werte, Normen, Tugenden) mit auf dem Weg geben und doch kann es passieren, dass sie sich selbst für einen anderen Weg entscheiden. Aber auch dann muss man sagen können, dass man einfach sein Bestes gegeben hat. Es ist ja oft ein Drahtseilakt zwischen Gut und Böse, Richtig und Falsch, Logisch und Unlogisch, Konsequent und Nachgiebig, Streng und Locker, usw. – Aber genauso ist es einfach auch eine sehr individuelle Sache und da liegt es einfach an sich selbst. Meistens bekommen aber alle Eltern Ihre Kinder groß und solange die Liebe, die Geborgenheit und das Vertrauen immer ein wichtiger Punkt in der Familie ist und solange die Elternteile Ihre Verantwortung und die Herausforderung auch gewissenhaft annehmen, hat man doch schon alles getan, um den richtigen Weg zu wählen.
    Inspirierender Artikel. 🙂 Danke schön.
    Lieben Gruss Pascal

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