Alltagslernen, Papas Stories

Schwimmen mit meinem Sohn – Teil 1

Ich gehe regelmäßig mit meinem fünfjährigen Sohn im Hallenbad schwimmen. Was dabei das Besondere ist? Ich bringe ihm das Schwimmen bei. Unser Ziel: das Seepferdchen. Im ersten Teil erfährst du, wie es dazu gekommen ist.

Schwimmen lernen im Schwimmkurs

Damals meldete meine Frau unseren Großen bei einem Schwimmkurs für Vierjährige an. Das machen viele Eltern so. Schließlich möchte man, dass das Kind vor der Einschulung schwimmen kann. Motorisch sind viele Kinder ab vier Jahren dazu in der Lage.

So brachten auch wir abwechselnd den Sohnemann zum Schwimmkurs und schauten in einem Wartebereich außerhalb der Schwimmhalle zu. Hier gab es eine große Glasscheibe, an die sich die Eltern drängten um die Schwimmversuche ihrer Kinder zu beobachten. Auch wir beobachteten schwitzend das Geschehen.

Der Kurs fand zu einer Zeit statt, in der das Hallenbad sehr gefüllt war. Es gab eine ganze Reihe an Schwimmgruppen, die in allen Ecken des Beckens übten. Es war sehr laut und unübersichtlich. In dem Kurs meines Sohnes gab es verschiedene Schwimmtrainer. Ihm war nicht immer klar, wer sich um ihn kümmert. Das alles verunsicherte den Münsteraner sehr und auch nach mehrmaligen Kursbesuchen flossen immer wieder die Tränen.

Was tun? Das Ganze durchziehen? Der Erwerb der Schwimmfähigkeit ist ja keine Nebensache.

Irgendwann, ich glaube es war bei einem Gespräch mit meiner Liebsten, fragte ich mich: Warum stehe ich eigentlich an dieser blöden Glasscheibe und schaue zu. Warum nutze ich die Wartezeit nicht besser und gehe selbst mit meinem Sohn schwimmen!?

Vater-Sohn-Schwimmen?

Schnell waren wir von der Idee überzeugt. Wir meldeten den Münsteraner von dem Schwimmkurs ab und suchten uns ein anderes Hallenbad aus (in Münster gibt es ja einige!). Wir fanden ein Hallenbad ganz in der Nähe, das nachmittags und am frühen Abend bestens zum Üben geeignet war (natürlich nicht während der Vereinszeiten). Die netten Bademeister zeigten uns den Materialraum, in dem man sich alles was man braucht ausleihen kann.

Und so startete unser ganz privates Vater-Sohn-Schwimmen.

Bevor es los ging recherchierte ich fleißig im Internet und informierte mich auch bei meinen Sportlehrer-Kollegen. Ich möchte nicht vorenthalten, dass ich selber vor einigen Jahren das DLRG-Schwimmabzeichen Silber erwarb und damals auch eine zweitägige Schwimmfortbildung für die Grundschule besuchte. Das sind in meinen Augen aber keine Voraussetzungen, um dem eigenen Kind das Schwimmen beizubringen. Wohl aber sollte man sich im Internet und in Sachbüchern über Wassergewöhnung und das Brustschwimmen lernen informieren. Und man sollte natürlich selber gut und gerne schwimmen.

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Material und Kosten

Hier eine Liste von Dingen, die beim Schwimmen lernen nützlich sind. (Ich habe auf positive Kundenrezensionen und hochwertige Materialien geachtet. Daher kann es durchaus sein, dass man bei der eigenen Suche günstigere Produkte findet.)

  • ein bis zwei Poolnudeln*
  • ein Schwimmbrett*
  • einen Tauchring*
  • eine anliegende Badehose bzw. einen Badeanzug (weite Badehosen blähen sich auf, Bikini-Tops stören oft, da sie schnell verrutschen)
  • ein Haargummi bei längeren Haaren (nasse Haare im Gesicht sind ein Sicherheitsrisiko!)
  • einen großen aufblasbaren Wasserball (super für die Wassergewöhnung)

Und eine Liste von Dingen, die man nicht braucht:

  • Schwimmflügel (unterstützen nicht die richtige Lage im Wasser)
  • Schwimm- und Taucherbrille (Schwimmfähigkeit bedeutet, ohne Hilfsmittel schwimmen und Tauchen zu können. Kinder müssen sich daran gewöhnen, dass Wasser in ihre Augen kommt.)
  • Schwimmgürtel oder Schwimmkissen (die Poolnudeln erfüllen den gleichen Zweck)
  • Schwimmflossen (nur für Kinder geeignet, die schon gut schwimmen können)

Die Schwimmhilfen kann man sich in den meisten Schwimmbädern ausleihen. Bleibt die Frage nach den sonstigen Kosten:

Eintrittspreise in Münster (Stand Oktober 2017)

  • Erwachsene 4€
  • Kinder ab vier Jahren 2€

In einigen Hallenbädern (z.B. in Altenberge) ist der Eintritt für Kinder unter sechs Jahren frei. Durch den Kauf von Bonuskarten oder Jahreskarten wird der jeweilige Einzelpreis verringert. Mehr Informationen hier.

Im nächsten Teil erfährst du, wie das Vater-Sohn-Schwimmen so läuft.

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6 Kommentare

  1. Ich habe meiner Tochter auch das schwimmen beigebracht, da sie ein eher ruhigeres Umfeld für neue Dinge braucht. Es hat zwar etwas gedauert bis es klappte, da so das Konkurrieren durch andere Kinder fehlt aber so konnte ich gut auf sie eingehen. Nebenbei wollte ich auch gerne mitschwimmen und nicht zugucken. Jedes Kind ist anders. Es sind nun mal nicht alle für laute große Gruppen gemacht. Ich kann das Schwimmbad in Hiltrup am Warmbadetag empfehlen. Da kann man gut üben.

  2. nibo sagt

    Ich finde das toll!
    Mache gerade mit meiner Tochter dasselbe, da sie auf keinen Fall einen Schwimmkurs mit vielen Kindern besuchen möchte.
    Nachdem ich anfangs nicht sicher war, ob das klappen kann, werde ich nun doch zuversichtlicher.
    Auch unser Ziel ist das Seepferdchen.
    Wünsche euch viel Spaß und Erfolg!

    • Vielen Dank!
      Ich war auch lange Zeit unsicher. Der Spaß meines Sohnes am gemeinsamen Schwimmen und sein Lernwille haben mich letztendlich überzeugt, weiterzumachen.

  3. Unsere Dritte hat sich das Schwimmen selber beigebracht im Urlaub mit fünf Jahren. Sie ist aber auch eher der autodidaktische Typ. Nach dem Urlaub sind wir mit ihr ins Freibad und der Bademeister hat bei ihr dann das Seepferdchen abgenommen. Die beiden größeren Geschwister hatten einen Schwimmkurs. Beim vierten Kind werden wir es vermutlich ohne Schwimmkurs versuchen, wenn es soweit ist. Schwimmkurse sind soooo stressig …

  4. Jule sagt

    Hallo Münsterpapa, auch wir wollen unserem Sohn in diesem Sommer im heimischen Schwimmbecken das Schwimmen beibringen. Das hat bisher bei allen Kindern der Familie geklappt. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil , vielleicht können wir uns ja etwas abschauen.

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