Alltagslernen, Papas Stories

Schwimmen mit meinem Sohn – Vater-Sohn-Schwimmen Teil 2

Ich gehe regelmäßig mit meinem fünfjährigen Sohn im Hallenbad schwimmen. Was dabei das Besondere ist? Ich bringe ihm das Schwimmen selbst bei. Unser Ziel: Das Seepferdchen. Im 2. Teil erfährst du, wie das gemeinsame Vater-Sohn-Schwimmen bei uns läuft.

Vater-Sohn-Schwimmen

Was, dein Sohn kann immer noch nicht schwimmen!?

Nein, wir lassen uns nicht unter Druck setzen. Es wird nirgendwo verlangt, dass Kinder mit dem Eintritt in die Schule schwimmen können müssen.

Der Hauptgrund, warum wir uns nicht unter Druck setzen lassen, ist aber ein anderer: Es macht uns total viel Spaß gemeinsam im Wasser zu sein, zu plantschen, zu spielen und zu üben. Wir wollen zusammen eine Herausforderung bewältigen. Ich fühle mich an das Babyschwimmen zurück erinnert. Auch eine tolle Erfahrung, die ich schon fast vergessen hatte.

Überschätze ich mich?

Natürlich hatte ich Zweifel. Was ist, wenn wir uns streiten oder gar ein Unfall passiert? Was, wenn wir zwar plantschen und spielen, ich es aber nicht schaffe, meinem Sohn das Schwimmen beizubringen?

Sportpädagogen raten dazu, möglichst lange Übungen zur Wassergewöhnung, zum Auftrieb und zum Gleiten durchzuführen. Ich musste mich oft dabei bremsen, möglichst schnell den Bein- und Armschlag zu üben. Krankheitsbedingt fielen Termine aus. Manchmal dachte ich, wir fangen jedes Mal von vorne an.

Doch mein Sohn überraschte mich jedes Mal aufs Neue. Sein Spaß und seine Motivation zerschlugen alle meine Zweifel.

Die ersten Trainingseinheiten Vater-Sohn-Schwimmen

Das Tolle an unserem Vater-Sohn-Schwimmkurs ist, dass wir vieles selber bestimmen können. Mal waren wir fast anderthalb Stunden im Wasser, mal nur 20 Minuten. Mal übten wir ganz intensiv, mal spielten wir fast nur. Grundsätzlich strukturierte ich eine Einheit so (Dauer ca. 30 Minuten):

Im Wasser ankommen und sich frei bewegen

Im Wasser fühlt sich der eigene Körper anders an. Auch auf die Wassertemperatur reagiert der Körper. Daran muss man sich immer erst eine Weile gewöhnen, bevor es richtig los gehen kann.

Übungen zur Wassergewöhnung und zum Gleiten

Wer schwimmen lernen möchte, darf keine Angst vor dem Wasser haben. Das klingt selbstverständlich. Kinder denken nicht ans Ertrinken, wenn sie ins Wasser gehen. Sie können aber bestimmte Ängste haben, die wir Erwachsenen nicht immer nachvollziehen können. Das Chlorwasser reizt die Schleimhäute in Nase und Augen.

Das Brennen empfinden viele Kinder als sehr unangenehm. Wasser in den Augen beeinträchtigt darüber hinaus die Sicht, Wasser in den Ohren das Hörvermögen. Ziel darf es jedoch nicht sein, jeglichen Wasserkontakt mit dem Kopf zu vermeiden.

Ganz im Gegenteil: Die negative Empfindung muss durch eine positive Empfindung überdeckt werden. Das funktioniert im Spiel wunderbar. Wenn ein aufblasbarer Wasserball vor dem Kind ins Wasser platscht, ist es durch das Ballspiel so abgelenkt, dass  Wasserspritzer kaum wahrgenommen werden. Das Gleiche gilt für kurzes, unbeabsichtigtes Untertauchen mit dem Kopf im Spiel.

Körperliche Nähe gibt dem Kind zusätzliche Sicherheit und Mut, mehr auszuprobieren.

Gleitübungen sind schon richtige Schwimmübungen! Hier erfährt das Kind, dass das Wasser tragen kann und was die richtige Körperlage zum Schwimmen ist. Daher sind Gleitübungen enorm wichtig. Kinder, die beim Brustschwimmen hektische Bewegungen machen, oder fast senkrecht im Wasser stehen, haben womöglich zu wenig das Gleiten geübt.

Klassische Gleitübungen sind:
  • mit den Armen die Stufen entlang gehen. Dabei den Körper ausstrecken (“Krokodil”),
  • ziehen lassen, wobei das Kind den Körper ganz ausstreckt (“Surfbrett”),
  • abstoßen, strecken und möglichst lange weitergleiten (“Rakete”).

In Sachbüchern und im Internet werden viele Übungen zur Wassergewöhnung und zum Gleiten gezeigt. Wir finden die Reihe „Schwimmen lernen“* zum Beispiel ganz gut gemacht.

Im Wasser frei bewegen und spielen

Der Abschluss des Schwimmtrainings sollte immer mit schönen Erfahrungen verbunden werden. Man kann mit einem Wasserball oder anderen Dingen spielen oder sich einfach nur ausruhen und kuscheln. Ein Whirlpool ist hierfür perfekt. Ich habe meinen Sohn am Ende immer gefragt, worauf er noch Lust hat.

Zwischen den einzelnen Punkten machten wir immer wieder Pausen (teilweise mit Toilettengängen). Wenn meinem Sohn kalt wurde, gingen wir sofort eine Runde heiß duschen (einen warmen Pool gab es leider nicht).

Im 3. Teil erfährst du, wie das Erlernen der Technik für das Brustschwimmen läuft.

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