Mamas Stories
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[gastbeitrag] Geschwister werden – von Gesa von Leezenland

Diese Woche ist meine letzte Wochenbett-Vertretung dran. Sechs Wochen lang durfte ich mich mit dem Münsterbaby auf die faule Bloggerhaut legen und ganz entspannt meine wundervollen Kolleginnen ran lassen. So eine Offline-Phase hat eigentlich mal ganz gut getan und ich konnte viele neue Ideen für euch sammeln. Alle Gastbeiträge findet ihr übrigens auch hier!

Nachdem euch letzte Woche mein Schwesterherz berichtet hat, wie es ist Tante zu werden, erzählt uns heute Gesa vom Blog Leezenland über ihre Erfahrungen mit dem Geschwister werden. Sie hat nämlich vor einigen Monaten bereits ihr zweites Kind bekommen und diese geteilten Erfahrungen sind für mich immer sehr wertvoll!

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Gleich zwei kleine Münsteraner halten die Münstermama nun auf Trab. Schlau von ihr, sich für die Zeit des Wochenbetts an dieser Stelle um Vertretung zu kümmern. Ich freue mich sehr, dabei sein zu dürfen.

Bei der Wahl des Themas musste ich nicht lange überlegen. Seit Weihnachten ist auch meine eigene Familie um ein zweites Kind, eine Tochter, gewachsen. Unser erstes Kind, ein Sohn, ist nun etwas über zwei Jahre alt. Während mir natürlich auch vieles aus der ersten Schwangerschaft und Babyzeit derzeit sehr bekannt vorkommt, ist eines für mich doch neu – der Umgang mit dem Geschwisterthema.

Darüber haben wir uns im Vorfeld viele Gedanken gemacht. Können wir unseren Sohn angemessen darauf vorbereiten, dass es demnächst ein Baby geben wird, dass ebenfalls einen großen Teil unserer Aufmerksamkeit, Liebe und Fürsorge bekommt? Wie können wir die beiden dabei unterstützen, eine gute Beziehung zueinander aufzubauen? Wird es zu Eifersucht und Neid kommen? Wie kann ich selbst mit Situationen umgehen, in denen mich vielleicht beide gerade gleichzeitig benötigen? Und – nicht zuletzt: Schaffen wir es, beide Kinder gleichermaßen zu lieben?

Wir sind u.a. folgendermaßen an das Thema heran gegangen: Wir haben mit unserem Sohn Kinderbücher dazu angeschaut, wie es ist, wenn ein Geschwisterchen ankommt. Er hat mich manchmal zur Vorsorge begleitet. Bei der Einrichtung des zweiten Kinderzimmers war er dabei und hat im Rahmen seiner Möglichkeiten dabei geholfen. Doch was davon habe ich letztendlich tatsächlich als hilfreich empfunden und auf was würde ich vielleicht beim nächsten Mal verzichten? Hier eine Auswahl meiner ganz persönlichen Tops und Flops:

TOPs:

  • Kinderbücher anschauen. Wir haben z.B. mit diesem gute Erfahrungen gemacht
  • Beispiele und Vorbilder suchen. Wenn wir andere Familien getroffen haben, haben wir öfter als vorher darüber gesprochen, wer dort der große Bruder oder die kleine Schwester ist.
  • Den Größeren helfen lassen, wo es geht. Das muss während der Schwangerschaft überhaupt nicht die Einrichtung eines kompletten Kinderzimmers sein. Es reicht, das ältere Kind z.B. dabei helfen zu lassen, wenn die ersten Babystrampler gewaschen und aufgefaltet werden. Das macht die erwartete Ankunft des Babys konkreter. Heute hilft mir mein Sohn oft beim Wickeln, holt schon mal eine frische Windel für das Baby oder macht bereits den Reißverschluss vom Schlafsack auf.
  • Beiden Kindern immer wieder Zeiten der ungeteilten Aufmerksamkeit schenken. Dabei können auch die Großeltern, Tanten, Onkel oder Freunde helfen, die sich vielleicht zwischendurch mal ganz ausdrücklich nur mit einem Kind beschäftigen, mit ihm spazieren gehen oder spielen.
  • Parallelen zu sich selbst ziehen. Bei dem älteren Kind steigt wohl automatisch das Interesse dafür, wie es war, als er oder sie selber noch ein Baby war. Wir schauen jetzt häufiger Fotos aus dieser Zeit an und erzählen davon.

FLOPs:

  • Ihn mit zur Vorsorge nehmen. Unser Sohn war zum Zeitpunkt der Schwangerschaft noch keine 2 Jahre alt. Die Vorgänge in der Frauenarztpraxis waren für ihn einfach noch zu abstrakt.
  • Ein Geschenk für den Älteren zur Geburt zu organisieren. Bei der Geburt hat unser Baby seinem Bruder ein kleines Begrüßungsgeschenk mitgebracht. Der Baukran vor dem Krankenhausfenster war am Anfang aber viel spannender als das neugeborene Baby und das Geschenk zusammen. Vielleicht lag es auch daran, dass es der 24. Dezember war, aber das ist eine andere Geschichte…

Nach nunmehr fünf Monaten sind die erwarteten Eifersuchtsszenen bislang (noch) ausgeblieben. Dafür haben unsere zwei eine Verbindung zueinander aufgebaut, die sich bereits jetzt schon nicht mehr mit der Beziehung zu anderen Personen, meinem Mann und mir eingeschlossen, vergleichen lässt. Schon in der zweiten Nacht zuhause fing mein Sohn an, die Verantwortung für seine kleine Schwester mit zu übernehmen und weckte mich auf, als sie anfing, zu weinen („Mama, Baby wacht auf, Baby trinken“). Und sie strahlt und himmelt ihn an, wenn er sich auf ihrer Spieldecke mit ihr beschäftigt. Nicht selten verspüre ich dann den Drang, dazwischen zu gehen, weil ich Sorge habe, der Größere könnte vielleicht seine Kräfte im Umgang mit ihr nicht richtig einschätzen. Doch häufig bremse ich mich dann, wenn ich sehe, dass die beiden dabei herzhaft miteinander lachen.

Den beiden kleinen Münsteranern wünsche ich, dass sie ebenfalls schnell ein eingespieltes Team werden, die ihre Eltern mit ihren gemeinsamen Aktionen oft zum Lachen und zum Staunen bringen, sie stolz sein – und manchmal auch ein wenig verzweifeln lässt.
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Vielen lieben Dank, Gesa! Ich habe mich sehr gefreut, dass du mir diese Woche Auszeit geschenkt hast! Ich habe mit dem kleinen Münsteraner auch Bücher zum Thema gelesen vor der Geburt und einige davon stelle ich euch gerne in den nächsten Wochen mal vor. Außerdem erzähle ich euch von unserer Hausgeburt und wie es doch ganz spontan dazu kam. Und weil ich so dankbar bin für meine zwei gesunden Kinder, werde ich gemeinsam mit einer wunderbaren Frau, die tolle Produkte für Babies herstellt, einen Beitrag zur Kinderkrebshilfe leisten. Also, wiederkommen lohnt sich trotz Ferien bei der Münstermama…

Gibt es bei euren Kindern eher Geschwisterliebe oder Geschwisterfrust?

Eure Münstermama

3 Kommentare

  1. Hallo!
    Aus aktuellem Anlass beschäftigt uns das Thema Geschwister werden im Moment auch sehr. Der einzige Unterschied ist, dass unsere Motte gleich zwei Brüder bekommt 🙂
    Das von Gesa vorgestellte Buch haben wir auch und muss im Moment jeden Abend im Bett gelesen werden.
    Auch wir beziehen unsere Tochter an vielen Stellen in die Vorbereitung mit ein. Sie hat mit meinem Mann die Betten aufgebaut und Strampler in den Schrank gelegt. Im Moment erzählt sie allen Menschen, dass in meinem Bauch zwei Jungs sind und freut sich wirklich jeden Abend den Beiden ein Gute-Nacht-Lied vorzusingen.
    Dennoch bin ich sehr gespannt, wie es wird, wenn wir demnächst unseren Alltag zu fünft verbringen.
    LG, SaKo

  2. Mittlerweile ist es beides. Geschwisterliebe und Geschwisterstreit.
    Die Geschenke vom Baby gab es bei uns auch. Die Große ist heute noch stolz auf die Taschenlampe vom kleinen Brüderchen. Bei Nummer drei war das dann nicht mehr wichtig für die beiden. Dafür war es für unseren Sohn total super, dass wir ihn zum Ultraschall mit zum Frauenarzt genommen haben. So war es für ihn greifbarer. Allerdings sind unsere Kinder auch jeweils drei Jahre auseinander und somit ist das Begreifenkönnen ein anderes als bei Gesas Sohn mit knapp 2 Jahren.
    Da ich nicht gestillt habe, habe ich die „Großen“ beim Flasche geben schon früh miteinbezogen.
    Hier achtet mittlerweile jeder auf jeden. Die Kleinste auf ihren größeren Bruder, aber auch umgekehrt. Das ist ganz wunderbar. Streitereien sind dabei aber auf jeden Fall miteinbezogen, denn die gehören zum Aufwachsen einfach dazu.

  3. Liebe Münstermama, noch ganz flott nachträglich alles Liebe und herzlichen Glückwunsch zum Nachwuchs!

    Zum Thema Geschwister:
    Unsere Große war schon 4,3, als ihre kleine Schwester kam. Daher hatte sie nicht nur eine längere „Alleinezeit“ mit uns Eltern, sondern hat Schwangerschaft und Vorbereitungen auf ihr Geschwisterkind ganz bewusst miterlebt. Wie Eva habe ich die Große auch zum Ultraschall mitgenommen; das weiß sie heute noch, so beeindruckend fand sie das Erlebnis. Von Anfang an war sie eine fantastische große Schwester, die immer helfen *durfte*, aber nie *musste* und meistens dann auch tatsächlich wollte. Niemand konnte (und kann) die Kleine so zum Lachen bringen wie ihre große Schwester. Die beiden verbindet ein ganz, ganz enges Band.

    Mittlerweile sind sie 10 und 6 und sind sich fast immer grün, aber natürlich gibt es auch Streit, gegenseitige Zimmerverbote und Augenrollen, aber das hält nie lange an. Ohne einander können sie nämlich gar nicht gut : )

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